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Was ist ein Arbeitszeugnis und muss ich eins ausstellen?

Auch Ihre Haushaltshilfe hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis – selbst im Minijob. Erfahren Sie, wann es Pflicht ist und welche Zeugnisarten es gibt.

David Christen
Zuletzt Aktualisiert:
18.08.2026
Inhalt

Darum geht’s

    • Endet die Anstellung, hat Ihre Haushaltshilfe auf Verlangen einen gesetzlichen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis – auch beim Minijob (Grundlage: § 630 BGB und § 109 GewO).
    • Der Normalfall ist das unterschriebene Zeugnis auf Papier. Seit dem 1. Januar 2025 ist die elektronische Form nur mit Zustimmung und qualifizierter elektronischer Signatur zulässig.
    • Ihre Hilfe wählt zwischen einem einfachen Zeugnis (Personalien, Tätigkeit, Dauer) und einem qualifizierten Zeugnis (zusätzlich mit Bewertung) – meist ist Letzteres gemeint.
    • Ein Zeugnis muss wohlwollend und wahr sein. Kritik wird über die Zeugnissprache zurückhaltend formuliert.

„Arbeitszeugnis" klingt nach Konzern und Personalabteilung, gilt aber genauso für die Haushaltshilfe, Nanny oder Betreuungskraft im Privathaushalt. Endet das Arbeitsverhältnis, kann Ihre Haushaltshilfe ein Arbeitszeugnis verlangen – und Sie müssen es ausstellen.

Der Aufwand ist geringer, als viele vermuten. Hier erfahren Sie, wann ein Anspruch besteht, welche Zeugnisarten es gibt und worauf Sie bei den Formulierungen achten sollten.

Was ist ein Arbeitszeugnis?

Ein Arbeitszeugnis ist eine schriftliche Bescheinigung über das Arbeitsverhältnis. Es dokumentiert, welche Tätigkeiten Ihre Haushaltshilfe ausgeübt hat und wie lange sie bei Ihnen beschäftigt war. Auf Wunsch enthält es zusätzlich eine Bewertung ihrer Leistungen und ihres Verhaltens.

Das Zeugnis dient Ihrer Haushaltshilfe als Nachweis für spätere Bewerbungen. Deshalb folgt es einem festen Aufbau und einer eigenen Zeugnissprache.

Muss ich meiner Haushaltshilfe ein Arbeitszeugnis ausstellen?

Ja – wenn Ihre Haushaltshilfe eines verlangt.

Der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis besteht bei jedem Arbeitsverhältnis, also auch bei einem Minijob und im Privathaushalt. Rechtsgrundlage sind § 109 GewO sowie § 630 BGB.

Sie müssen das Zeugnis nicht automatisch ausstellen. Verlangt Ihre Haushaltshilfe jedoch ein Arbeitszeugnis, sind Sie dazu verpflichtet.

Grundsätzlich wird das Zeugnis schriftlich und unterschrieben ausgestellt. Seit dem 1. Januar 2025 ist auch die elektronische Form zulässig – allerdings nur, wenn Ihre Haushaltshilfe zustimmt und das Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen wird. Ein einfaches PDF per E-Mail genügt dafür nicht.

Einfaches oder qualifiziertes Arbeitszeugnis – wo liegt der Unterschied?

Es gibt zwei Arten von Arbeitszeugnissen:

  • Einfaches Arbeitszeugnis: Enthält lediglich die Personalien, die Art der Tätigkeit und die Dauer des Arbeitsverhältnisses. Eine Bewertung erfolgt nicht.
  • Qualifiziertes Arbeitszeugnis: Enthält zusätzlich eine Beurteilung der Arbeitsleistung und des Sozialverhaltens. Für Bewerbungen ist dies die übliche Form.

Äußert Ihre Haushaltshilfe keinen besonderen Wunsch, ist in der Praxis meist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis gemeint. Im Zweifel sollten Sie kurz nachfragen.

Was muss in ein Arbeitszeugnis?

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis folgt einem festen Aufbau:

  • Überschrift („Arbeitszeugnis")
  • Personalien der Haushaltshilfe
  • Beginn und Ende des Arbeitsverhältnisses
  • Beschreibung der ausgeübten Tätigkeiten (z. B. Reinigung, Wäsche, Kinderbetreuung oder Gartenpflege)
  • Beurteilung der Arbeitsleistung
  • Beurteilung des Verhaltens
  • Schlussformel mit Dank und guten Wünschen
  • Ort, Datum und Ihre Unterschrift

Für den Inhalt gelten zwei Grundsätze: Das Arbeitszeugnis muss wahrheitsgemäß und gleichzeitig wohlwollend formuliert sein. Es darf die berufliche Zukunft Ihrer Haushaltshilfe nicht unnötig erschweren, gleichzeitig dürfen Sie keine falschen Tatsachen bescheinigen.

Worauf muss ich bei den Formulierungen achten?

Arbeitszeugnisse verwenden eine etablierte Zeugnissprache. Schon kleine Unterschiede in der Formulierung können eine andere Bewertung ausdrücken.

Die wichtigsten Formulierungen sind:

  • „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" = sehr gut
  • „stets zu unserer vollen Zufriedenheit" = gut
  • „zu unserer vollen Zufriedenheit" = befriedigend
  • „zu unserer Zufriedenheit" = ausreichend

Oft entscheidet nur ein einziges Wort über die Bewertung. Achten Sie deshalb darauf, dass die Formulierung Ihrer tatsächlichen Einschätzung entspricht.

Ein Arbeitszeugnis wird in der Regel am Ende des Arbeitsverhältnisses erstellt – häufig im Zusammenhang mit einer Kündigung. Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag Haushaltshilfe kündigen.

Was übernimmt quitt für mich?

quitt ist ein app-basierter Service, der die komplette Anstellungsadministration Ihrer Haushaltshilfe übernimmt.

Auch beim Ende des Arbeitsverhältnisses unterstützt quitt Sie mit den erforderlichen Unterlagen. Für das Arbeitszeugnis stellt quitt Ihnen eine Vorlage bereit, die Sie nur noch anpassen und unterschreiben müssen. Anmeldung, Lohnabrechnung und Versicherungen werden während der gesamten Beschäftigung ebenfalls über quitt abgewickelt.

Sie bleiben dabei jederzeit der Arbeitgeber und entscheiden, wen Sie einstellen und zu welchen Konditionen. quitt übernimmt die gesamte administrative Abwicklung im Hintergrund.

Neben dem Arbeitszeugnis gehören zu einer rechtssicheren Beschäftigung außerdem ein Arbeitsvertrag, ein Stundenzettelund – falls Schlüssel übergeben werden – eine Schlüsselquittung. Wie die Anstellung insgesamt abläuft, erfahren Sie im Beitrag Haushaltshilfe einstellen.

Haushaltshilfe gefunden? Starten Sie die Anmeldung – quitt übernimmt die Anstellungsadministration. Informationen zu den Kosten finden Sie auf der Preisübersicht.

Dokumente und Anmeldung aus einer Hand

quitt stellt das Arbeitszeugnis und die übrigen Dokumente bereit und übernimmt Anmeldung, Lohnabrechnung und Versicherung. Sie bleiben Arbeitgeber, den Rest machen wir.

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