Darum geht’s
- „24-Stunden-Betreuung" heißt nicht, dass eine Person rund um die Uhr arbeitet. Das wäre nicht legal. Gemeint ist eine Betreuungskraft, die im Haushalt lebt
- Für Arbeitgeber ist die direkte Anstellung im Privathaushalt meist günstiger als über Agenturen; bei 40 Std./Woche zu Mindestlohn betragen die Arbeitgeberkosten 2.800€, noch abzüglich Pflegegeld und Entlastungsbeträge
- Die für Arbeitnehmer lukrativste und fairste Form der Anstellung als 24-Stunden Pflege ist die direkte Anstellung im Privathaushlt
- Der deutsche Mindestlohn und die Arbeitszeitregeln sind auch hier zu beachten
Viele wollen pflegebedürftige Angehörige möglichst lange in den eigenen vier Wänden wissen, doch geht dies nicht ohne Unterstützung. „24-Stunden-Betreuung" ist häufig die Lösung. Was es kostet und worauf Sie achten müssen, steht hier, kurz und auf den Punkt.
Was bedeutet 24-Stunden- Pflege?
Eine Betreuungskraft, die im Haushalt der betreuten Person wohnt und tagsüber unterstützt, nicht eine Person, die 24 Stunden am Stück arbeitet. Das wäre nach dem Arbeitszeitgesetz nicht erlaubt: Im Schnitt sind höchstens acht Stunden pro Werktag und maximal 48 Stunden pro Woche zulässig, dazu kommen Ruhezeiten.
Eine echte Rund-um-die-Uhr-Versorgung müsste auf mehrere Personen verteilt werden. Der Begriff meint also Anwesenheit und Bereitschaft, nicht durchgehende Arbeit. Wie das Beschäftigen einer Kraft aus dem Ausland allgemein läuft, steht im Beitrag Haushaltshilfe aus dem Ausland.
Wie kann ich eine 24-Stunden Betreuung legal anstellen?
Es gibt drei Modelle mit Vor- und Nachteilen:
1. Die Entsendung über eine Agentur: Eine ausländische Firma bleibt Arbeitgeber und weist mit der A1-Bescheinigung nach, dass sie im Heimatland sozialversichert ist. Sie als eigentlicher Arbeitgeber können dabei die Arbeitskraft nicht selbst auswählen und haben keine Informationen über den Nettoverdienst der Pflegekraft.
2. Das Selbstständigen Modell: Scheinselbstständigkeit ist bei diesem Modell fast nicht zu verhindern, da eine Pflegekraft auf Rechnung mind. zwei Auftraggeber haben muss und einer das 80% Pensum nicht überschreiten darf. Im Artikel Selbstständige Haushaltshilfe finden Sie weitere Informationen hierzu.
3. Die Direktanstellung als privater Arbeitgeber über quitt: Dies ist meist gleichzeitig für den Arbeitgeber die günstigste Variante und für den Arbeitnehmer die lukrativste. Sie bestimmen als Arbeitgeber selbstständig den Lohn, und das Arbeitspensum, wählen Ihre Pflegehilfe selbst aus. Allerdings müssen bei 24-Stunen Betreuung hier häufig zwei Kräfte im Wechsel angestellt werden - üblich ist ein ein- oder zweimonatiger Wechsel.
Was ist bei dem Vertrag mit einer 24-Stunden Pflege zu beachten?
Gerade bei einem Vertrag mit Pflegekräften im eigenen Haushalt sind einige Rahmenbedingungen zu beachten. Im Mittelpunkt stehen Arbeitspensum und Stundenlohn. Denn die tatsächliche Arbeitszeit lässt sich hier oft nicht genau bemessen und Bereitschaftszeit gilt als Arbeitszeit.
Die quitt Checkliste zeigt alle wichtigen Punkte für die Anstellung einer 24-Stunen Pflege:
- Arbeitspensum: Können Sie die Arbeitszeit nicht genau beziffern, raten wir auf Vollzeit anzustellen und damit auch die Bereitschaftszeit abzugelten. Dies sollte jedoch unbedingt bilateral mit der Pflege besprochen werden
- Unterkunft und Verpflegung wird nicht zum Mindestlohn hinzugerechnet. Der tatsächliche Stundenlohn muss also über dem Mindestlohn liegen
- 24 Stunden Pflegekräfte leben üblicherweise in einem Haushalt mit der zu pflegende Person: Es muss mindestens ein abschließbares eigenes Zimmer geboten werden
- Die 24 Stunden Pfleger dürfen meist keine medizinischen Tätigkeiten vornehmen
- Pflegekräfte aus dem Ausland, z.B. aus Polen oder Litauen, werden häufig abwechselnd tätig, im sogenannten Tandemmodell. Die Zwischenzeiten lassen sich über unbezahlten Urlaub oder durchgehende Verträge mit entsprechend geringeren Stunden lösen. Alle Informationen zu Arbeitnehmern im Privathaushalt aus dem Ausland finden Sie hier.
Gerne bietet Ihnen unser Support eine detaillierte Pflegeberatung an.
Was kostet eine 24-Stunden-Betreuung?
Die Kosten bei direkter Anstellung hängen von dem durch den Arbeitgeber vereinbarten Bruttolohn ab. Stellt man eine 24 Stunden Pflegekraft beispielsweise auf 40 Stunden / Woche zum derzeitigen Mindestlohn und freier Unterkunft ein, ergibt sich ein Bruttolohn von knapp 2.150 €. Die Arbeitgeberkosten inklusive der quitt Gebühr betragen dann knapp 2.800 € monatlich für ein beidseitig faires und wertschätzendes Arbeitsverhältnis. Bei (seriösen) Agenturen, welche Pflegekräfte selbst anstellen oder Selbständige vermitteln, ist mindestens mit 3.000 € pro Monat zu rechnen. Zumal die Gehalts- und Kostenstruktur meist sehr intransparent ist, das heißt die Kosten liegen leicht über der privaten Anstellung, die Pflegekraft erhält jedoch ein deutlich niedrigeres Gehalt.
Die gesamten Arbeitgeberkosten der Pflege können zu 20%, maximal jedoch 4.000€ pro Jahr abgesetzt werden. Zudem erhalten Sie je nach Pflegegrad das übliche Pflegegeld.
Was übernimmt quitt für mich?
quitt ist der einfache Weg, wenn Sie eine Betreuungs- oder Haushaltskraft direkt in Deutschland anstellen wollen. Sie geben die persönlichen Daten ein, quitt übernimmt Anmeldung, Lohnabrechnung, Beiträge und Versicherung nach aktuellem deutschem Recht.
Läuft die Betreuung über das Entsendemodell, ist dagegen die ausländische Firma der Arbeitgeber. Für die Direktanstellung sind Sie mit quitt auf der sicheren Seite und bleiben der Arbeitgeber. Wie das startet, zeigt der Blogpost Haushaltshilfe einstellen.
Kraft gefunden, die Sie fest anstellen wollen? Starten Sie die Anmeldung, quitt übernimmt den Rest. Was der Service kostet, sehen Sie auf der Preisübersicht.
Direktanstellung übernimmt quitt
Stellen Sie eine Betreuungskraft in Deutschland an, meldet quitt sie an und übernimmt Lohn, Beiträge und Versicherung. Sie bleiben Arbeitgeber, den Rest machen wir.



